Dienstag, 31. Mai 2011

Das Hummelparadox

“Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen. Die Hummel weiß das nicht und fliegt einfach.”

Die Wissenschaftler haben sich offensichtlich geirrt (und die Hummel hatte  auf jeden Fall recht). Der spezielle Trick der Hummel wurde zwischenzeitlich erforscht  und soweit ich das verstanden habe geht es darum, beim Flügelschlagen einen ordentlichen Wirbel zu erzeugen. Der Irrtum entstand, weil ein Forscher den Flug der Hummel mit den aerodynamischen Gesetzen eines Flugzeuges verglichen hat. Aber die Hummel macht es nunmal ganz anders. Das Gesetz der Flugzeug-Aerodynamik ist nicht anwendbar auf den Flug der Hummel.  

Das "Hummelparadox" hat mich etwas Wichtiges gelehrt: wie oft begrenze ich meinen "Lebensflug" dadurch, dass ich mich durch falsche Annahmen ängstigen lasse, Vergleiche ziehe mit Anderen und dann entmutigt erst mal gar nicht versuche zu fliegen. Vieles von dem was ich tue, kann eigentlich gar nicht funktionieren wenn ich es mir sachlich überlege.  Eigentlich kann ich gar nicht fliegen mit all den Macken und Begrenzungen die ich habe (im Vergleich zu einem FlugzeugWinken). Aber ich habe meine eigenen aerodynamische Gesetze entwickelt und fliege trotzdem. Alles was ich brauche ist der Mut einfach mal loszufliegen und mich zu trauen dabei ein wenig Wirbel zu verursachen.

Wie die Hummel das genau macht kannst Du auf diesem Film anschauen.

Solche Dinge zu erforschen nenne ich Wilderness-Qigong. Wenn Du einmal mit mir rausgehen möchtest um Deine eigenen aerodynamischen Gesetze zu erforschen  würde ich mich freuen.

Der Traum vom Fliegen

... und wenn du es wieder mal müde bist,
wie eng und begrenzt dein Leben ist,
und die ganze Erde erscheint dir fast
umsponnen von einem grauen Netz,
in dem du dich hilflos verfangen hast,
ein Netz aus Gewohnheit, Gewalt und Gesetz,
ein Netz aus Grenzen von Staat zu Staat,
Grenzen aus Dummheit und Stacheldraht,
Grenzen des Geldes, begrenzte Zeit
Und die Grenzen der eigenen Fähigkeit...
...und wenn du dich wieder mal wund gestoßen
an den Gitterstäben, den kleinen und großen,
und du weißt genau: Du kommst nie mehr vom Flecke,
du bleibst gefangen im engen Raum,
dann hockst du dich nieder in deiner Ecke
und träumst den alten Traum:
Da breitest du weit deine Arme aus
Und ein tiefer Atemzug!
Du schwingst dich empor über Straße und Haus
Im traumhaften Vogelflug.
Du fliegst und du fliegst und du brauchst kein Ziel
Das Dasein selbst ist Glück!
Keine Grenze dort unten bekümmert dich viel,
du möchtest nie zurück.
Es ist alles so einfach. Du wunderst dich kaum.
Und du weißt in dein Traum: Es ist kein Traum!
Und du fragst dich, warum man es je vergisst,
warum man nicht glaubt daran,
dass man immer so frei wie ein Vogel ist
und in Wahrheit fliegen kann.

(Michael Ende)

__________________________________________________________________________


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

1 Kommentar:

  1. Hallo, das gefällt mir sehr sehr gut - schöne Idee, den Gedanken mit dem Video und dem Michael-Ende-Gedicht zu verknüpfen.

    "Du fliegst und du fliegst und du brauchst kein Ziel
    Das Dasein selbst ist Glück!"

    Herzliche Grüße
    Livia

    AntwortenLöschen